Wo stand das nochmal? Die globale Suche
Board, Listen und Baum haben eines gemeinsam: Man muss wissen, wo man suchen will. Man wählt ein Projekt, filtert, klappt einen Zweig auf. Oft weiß man aber nur noch, dass irgendwer irgendwo „Bankverbindung“ geschrieben hat. Für genau diese Frage gibt es jetzt die globale Suche, als Feld oben in der Kopfzeile.
Der eigentliche Gewinn steckt in den Kommentaren
Eine Suche nur über Titel hätte ich mir sparen können, denn den Titel sieht man ohnehin überall. Was man wirklich wiederfinden will, steht in den Kommentaren: die Begründung, der Einwand, die Zusage aus der Besprechung. Deshalb durchsucht die Suche Titel, Beschreibung und Kommentare aller Vorgangsarten zugleich, von Epics bis zu Ideen.
Die wichtigste Entscheidung dabei: Die Einheit ist der Vorgang, nicht das Feld. Jeder Begriff darf an einer anderen Stelle stehen. „SEPA Bankverbindung“ findet den Vorgang, dessen Titel „SEPA“ nennt und in dessen Kommentar „Bankverbindung“ steht. Ich hätte auch verlangen können, dass alle Begriffe im selben Feld vorkommen. Das wäre einfacher und präziser gewesen, hätte aber genau den Fall verfehlt, für den es die Suche gibt: Was über mehrere Beiträge hinweg besprochen wurde, fiele heraus.
„SEPA“ steht im Titel, „Bankverbindung“ nur in einem Kommentar. Gefunden wird der Vorgang trotzdem, und der Ausschnitt zeigt die Stelle (heutiger Stand der Maske).
Umgekehrt steht ein Vorgang mit vierzig Kommentaren nur einmal in der Liste, auch wenn das Wort in zehn davon vorkommt. Sonst würde eine einzige lebhafte Diskussion die ganze erste Seite füllen.
Ein Treffer ist sein Ausschnitt
Jeder Treffer zeigt Kennung, Art, Titel und Projekt, darunter einen Ausschnitt mit fünf Zeilen vor und nach der Fundstelle, die Begriffe darin hervorgehoben. Zeilen statt Zeichen, weil Texte in Zeilen geschrieben werden: Eine Aufzählung oder ein Absatz trägt seine Bedeutung als Ganzes, ein Fenster von hundert Zeichen schnitte mitten hinein. Gesucht wird der Ausschnitt zuerst in der Beschreibung, dann im ältesten passenden Kommentar. Steht der Treffer nur im Titel, zeigt die Maske den Anfang der Beschreibung.
Deshalb sind die Treffer auch keine Tabelle, sondern eine Liste wie in einem Blog. Eine Tabelle lebt von kurzen, vergleichbaren Zellen, und in einer Zelle abgeschnitten verlöre der Ausschnitt genau das, wonach gesucht wurde. Die Hervorhebung ist blau und nicht gelb wie im Browser üblich, weil Gelb in GODAV für Warnungen steht.
Kleine Regeln, die viel Ärger sparen
- Kein Suchen beim Tippen. Jeder Tastendruck wäre eine Abfrage über sämtliche Kommentare, und die Antwort auf „ba“ ist ohnehin eine gekappte Liste. Die Eingabetaste ist das Zeichen, dass man fertig ist.
- Verworfene Begriffe werden genannt. Ein Begriff braucht mindestens zwei Zeichen, höchstens acht Begriffe zählen. Was wegfällt, sagt die Maske ausdrücklich. Ein still weggelassenes Wort ergäbe eine Liste, die eine andere Frage beantwortet als die gestellte.
- Höchstens hundert Treffer, zehn je Seite. Wer darüber kommt, bekommt den Hinweis, einen weiteren Begriff zu ergänzen.
- Die Suche steht in der Adresse. Eine Suche endet fast immer damit, dass man einen Treffer öffnet. Mit der Zurück-Taste kommt man dann wieder auf die Trefferliste statt auf eine leere Maske. Nebenbei lässt sich eine Suche so als Link verschicken.
Neben dem Feld in der Kopfzeile sitzt ein zweiter Knopf, der die erweiterte Suche leer öffnet. Dort lässt sich nach Vorgangsart, Projekt, Systemstatus und Änderungszeitraum filtern, und ein Filter allein genügt. „Alle offenen Storys in Projekt X, im August geändert“ ist eine sinnvolle Frage ohne ein einziges Suchwort. Außerdem lässt sich wählen, ob mehrere Begriffe alle vorkommen müssen oder einer genügt.
Mit „ODER“ genügt einer der Begriffe. Das hilft, wenn man nicht mehr weiß, welches Wort im Vorgang stand.
Sichtbarkeit ohne eigene Berechtigung
Gefunden wird nur, was man ohnehin sehen darf. Eine eigene Berechtigung „suchen“ habe ich bewusst nicht eingeführt. Sie müsste in jeder Rolle einzeln vergeben werden, und ohne sie stünde in der Kopfzeile ein Feld, das nie etwas findet.
Eine Stelle verlangte trotzdem besondere Sorgfalt: Ideen sind enger sichtbar als andere Vorgänge. Ihre eigene Seite zeigt sie nur Projektmitgliedern. Hätte die Suche dieselbe Grenze nicht gezogen, wäre sie das Schlupfloch gewesen, über das man einen Vorschlag liest, den einem die Ideenseite verweigert. Deshalb prüft dieselbe Abfrage zwei Sichtbarkeiten nebeneinander.
Später dazugekommen
Seitdem ist die Suche gewachsen. Eine vollständige Vorgangskennung wie BC-170 springt direkt auf die Karte, statt eine Liste mit einem Eintrag zu zeigen. Schlagworte und benutzerdefinierte Textfelder zählen inzwischen ebenfalls als Fundstellen. Die Grundidee ist dieselbe geblieben: eine Frage, eine Liste, und jeder Treffer zeigt, warum er da ist.