Eine Iteration abschließen
Iterationen lassen sich anlegen und füllen, aber irgendwann ist ein Abschnitt vorbei. Dann stellen sich drei Fragen: Welcher Abschnitt läuft jetzt? Was passiert mit der Arbeit, die nicht fertig geworden ist? Und wie bleibt nachvollziehbar, wie voll der alte Abschnitt eigentlich war? Die Antwort auf alle drei ist der Knopf „Iteration abschließen“. Er steht in der Zeile der laufenden Iteration und oben auf dem Iterationsboard.
Eine Handlung, kein Statusfeld
Eine Iteration hat einen Status, aber kein Feld, in dem man ihn ändert. Ich hätte ihn als Auswahlfeld anbieten können, wie an vielen anderen Stellen. Der Abschluss tut aber mehr als einen Wert zu setzen: Er schließt eine Iteration, startet womöglich die nächste, legt womöglich eine neue an und beendet womöglich den ganzen Plan. Hinter einem harmlosen Auswahlfeld würde niemand so viel vermuten. Deshalb ist es eine eigene Handlung mit einer Rückfrage, und die erscheint immer, auch im gewöhnlichen Fall. Ein Knopf, der mal sofort wirkt und mal fragt, sind an derselben Stelle zwei verschiedene Bedienungen.
Steht eine nächste Iteration bereit, wird sie die laufende. Gibt es keine, muss sich die Rückfrage entscheiden lassen: eine neue Iteration anlegen oder den Plan abschließen. Der Server rät hier nicht. Die eine Antwort legt einen Abschnitt an, den niemand wollte, die andere sperrt den ganzen Plan. Fehlt die Entscheidung, lehnt er den Aufruf ab.
Wenn der Abschluss zu spät kommt
Ein Takt lässt sich für Monate im Voraus auslegen, und dann vergeht Zeit. Wer die laufende Iteration erst zwei Wochen nach ihrem Ende abschließt, hat Abschnitte, die auf dem Papier stattgefunden haben und in Wirklichkeit nicht. Ohne eine Regel dafür bliebe der Takt für immer um diese zwei Wochen versetzt.
Die Regel ist einfach zu beschreiben: Gibt es keine Nachfolgerin, endet die abgeschlossene Iteration gestern, und die neue beginnt heute. Verstrichene Nachfolgerinnen werden mitgeschlossen, mit Kapazität 0, denn in ihnen wurde nicht gearbeitet. Liegen alle Nachfolgerinnen in der Vergangenheit, wird die letzte nicht geschlossen, sondern auf heute verschoben. Sonst stünde der Plan nach dem Abschluss ohne laufenden Abschnitt da, und man müsste ein zweites Mal entscheiden, obwohl man es gerade getan hat.
Im Demoplan ist die erste Iteration längst vorbei. Die Rückfrage sagt vorher, was mit der zweiten geschieht.
Die Rückfrage kündigt genau das an, bevor man klickt. Im pünktlichen Fall erscheint der gelbe Kasten gar nicht, denn eine Warnung vor etwas, das nicht geschieht, lehrt nur, Warnungen zu überlesen. Jede so entstandene Terminänderung steht im Protokoll des Plans. Ohne diesen Eintrag fände man später einen dreißig Tage langen Abschnitt in einem vierzehntägigen Takt und keine Erklärung dafür.
Was nicht fertig ist, wandert weiter
Jeder Vorgang ohne finalen Status kommt mit seinem Restaufwand in die nächste Iteration. Nicht mit seinem ganzen Aufwand: Eine Story mit zwölf Stunden, von denen acht gebucht sind, bindet im nächsten Abschnitt noch vier. Den vollen Wert zu übertragen hieße, geleistete Arbeit ein zweites Mal einzuplanen. Ist der Restaufwand überschritten, wandert der Vorgang mit 0 Stunden. Als negative Zahl weitergetragen würde er fremde Arbeit abziehen und eine volle Iteration halb leer aussehen lassen.
Der Vorgang bleibt dabei zugleich in der alten Iteration stehen. An ihm wurde dort zwei Wochen gearbeitet, und das soll nicht rückwirkend verschwinden. Auf dem Board trägt die Karte in der früheren Zeile deshalb das Kennzeichen „Übertragen“. Ohne dieses Kennzeichen sähe dieselbe Karte in zwei Zeilen aus wie eine versehentliche Kopie, und der nächste Griff wäre, eine davon zu löschen.
Beide Abschnitte sind überbucht. Was beim Abschluss offen ist, wandert mit dem Rest weiter, und die Zahl der alten Zeile steht danach fest.
Der durchlaufene Abschnitt ist zu
Beim Abschluss wird außerdem festgeschrieben, mit wie vielen Stunden jeder Vorgang in diesem Abschnitt zählte. Das ist eine bewusste Ausnahme. Sonst rechnet GODAV solche Zahlen immer frisch aus den Vorgängen. Für einen vergangenen Abschnitt geht das nicht: Wer morgen eine Aufgabe neu schätzt, würde sonst ändern, wie voll ein Abschnitt im letzten Quartal war. Aus demselben Grund lässt sich die Kapazität einer erledigten Iteration nicht mehr ändern. Sonst ließe sich ein überlaufener Abschnitt nachträglich in einen verwandeln, der gepasst hat.
Wird mit der letzten Iteration auch der Plan abgeschlossen, ist er ganz gesperrt: Name, Termine, Projekte und Kapazitäten. Damit ein Fehlklick nicht endgültig ist, gibt es im Kopf des Plans „Wieder öffnen“.
Außerdem
- Neben „Iteration abschließen“ steht inzwischen das Iterationsendmeeting, in dem das Team für jeden offenen Vorgang einzeln entscheidet. Das bekommt einen eigenen Beitrag.
- Nach dem Abschluss steht unter der Tabelle, wie viele Vorgänge mit wie vielen Stunden übertragen wurden.
Mit dem Abschluss ist der Kreis geschlossen: Plan, Abschnitte, Einplanen und Weitergeben greifen ineinander.