Das Dashboard: nur Zahlen, denen man glauben kann
Das Dashboard war eine der ersten Seiten, die ich für GODAV Pro gebaut habe, noch bevor es Iterationen, Zeiterfassung oder Risiken gab. Mit Version 0.9.0 habe ich den Roadmap-Punkt „Dashboards“ abgehakt. Zeit also, zu erzählen, wie diese Seite entstanden ist und nach welchen Regeln sie wächst.
Die Regel für jedes Element darauf ist streng: Auf das Dashboard kommen nur Kennzahlen, Fortschritt, Risiken, Handlungsbedarf und Trends. Jede Kachel muss eine Entscheidung stützen. Wer nicht in einem Satz sagen kann, wofür sie gut ist, lässt sie weg.
Die Vorlage und was ich weggelassen habe
Für die Oberfläche von GODAV Pro gibt es eine verbindliche Designvorlage. Für das Dashboard zeigt sie sechs Kacheln, darunter Budgetauslastung und Auslastung der Teams, dazu eine Liste der wichtigsten Risiken und ein Liniendiagramm über den Projektfortschritt der letzten Monate.
Die Vorlage. Namen und Zahlen darin sind ausgedacht.
Gebaut habe ich zunächst nur vier Kacheln: Projekte, offene Vorgänge, überfällige Vorgänge und in den letzten 30 Tagen erledigte. Darunter stehen zwei Listen mit den überfälligen und den bald fälligen Vorgängen. Für den Rest fehlte die Grundlage. Es gab kein Budget, keine Zeiterfassung, keine Risiken und keinen gespeicherten Verlauf.
Ich hätte die übrigen Kacheln mit Platzhalterzahlen füllen können, dann hätte die Seite ausgesehen wie die Vorlage. Das wäre aber die schlechteste aller Möglichkeiten gewesen. Ein Dashboard, dem man nicht glauben kann, ist wertlos. Und man merkt es erst, wenn jemand eine Entscheidung darauf gestützt hat. Statt des Liniendiagramms gibt es deshalb eine Karte mit dem aktuellen Fortschritt je Projekt als Balken. Sie beantwortet dieselbe Frage, nur mit Daten, die es tatsächlich gibt.
Vier Kennzahlen, die Verteilung über den Status und der Fortschritt je Projekt. Ein internes Projekt ist hier unkenntlich gemacht.
Auch eine Summe kann etwas verraten
Die eigentliche Anforderung an das Dashboard war nicht die Optik, sondern die Sichtbarkeit. In GODAV Pro siehst du nur die Projekte, in denen du Mitglied bist. Eine Zahl wie „542 offene Vorgänge“ wirkt harmlos. Zählt sie aber fremde Projekte mit, verrät sie, wie viel dort los ist, auch wenn du keinen einzigen dieser Vorgänge öffnen kannst. Solche Lecks fallen bei einer Prüfung kaum auf, weil man einer Summe nicht ansieht, woraus sie besteht.
Deshalb läuft jede Zählung durch denselben Sichtbarkeitsfilter wie die Listen. Eine eigene Berechtigung für das Dashboard gibt es dagegen nicht. Es zählt ausschließlich über Projekte, die du ohnehin sehen darfst. Eine zusätzliche Berechtigung wäre eine zweite Antwort auf eine Frage, die schon beantwortet ist.
Zwei Feinheiten aus dem Unterbau:
- Alle Zahlen gelten für denselben Augenblick. Der Zeitpunkt wird einmal festgelegt und an alle Abfragen weitergegeben. Würde jede Abfrage selbst auf die Uhr sehen, könnte ein Vorgang zwischen Zählung und Liste über Mitternacht rutschen. Die Kachel zeigte dann 23 Überfällige, die Liste darunter 24, und das nur nachts.
- Projekte ohne Vorgänge stehen trotzdem da, mit 0 Prozent. Gerade die sollen auffallen.
Bausteine für alle anderen Seiten
Beim Bau des Dashboards sind die Bausteine entstanden, die heute überall in GODAV Pro stecken: Kennzahlenkarte, Statusabzeichen, Prioritätsanzeige, Fortschrittsbalken, Avatar und das Ringdiagramm. Es gibt genau eine Stelle, an der festgelegt ist, wie ein Status heißt und welche Farbe er hat. Ohne sie schreibt die erste Ansicht „In Arbeit“ in Blau und die zweite „in Bearbeitung“ in Grün. Jede für sich wäre nicht falsch, aber zusammen sähen sie aus wie zwei verschiedene Anwendungen.
Das Ringdiagramm kommt ohne Diagrammbibliothek aus. Es ist ein einfacher gezeichneter Kreis, der seine Farben aus dem Farbschema bezieht und damit auch im Dunkelmodus stimmt. Eine Bibliothek hätte für diese eine Darstellung ein Vielfaches an Code mitgebracht.
Was sich seither geändert hat
Die neue Karte für angehaltene Serien und darunter die beiden Fälligkeitslisten.
- Angehaltene Wiederholungsserien bekommen eine eigene Karte, aber nur, wenn es eine gibt und du sie auch fortsetzen dürftest. „0 überfällige Vorgänge“ ist eine gute Nachricht und gehört gezeigt. „0 angehaltene Serien“ ist dagegen der Normalfall und wäre eine Kachel ohne Nutzen.
- „Erledigt“ heißt wirklich erledigt. Die Kachel zählte anfangs auch Verworfenes mit. Jetzt zählt sie nur Vorgänge, die tatsächlich abgeschlossen sind.
Wie es weitergeht
Die Kacheln für Risiken und Auslastung aus der Vorlage stehen weiterhin aus, obwohl es Risiken und Zeiterfassung inzwischen gibt. Sie kommen, wenn klar ist, welche Entscheidung sie auf dieser Seite stützen sollen. Für alles, was sich einschränken und vergleichen lassen muss, gibt es seit 0.8.0 die Berichte.